nach Wolfsburg jetzt Helsinki

In Helsinki stellt Leandro Erlich erneut die Welt auf den Kopf. Nach der bombastischen Ausstellung „Schwerelos“ im letzten Jahr in Wolfsburg hat der argentinischen Künstler erneut typische interaktive Kunstwerke in einer Soloschau im AMOS REX im Herzen von Helsinki installiert. Auch hier beeindruckt er mit ungewöhnlichen Perspektiven und optischen Verwirrungen. Er spielt mit Illusionen, der Schwerkraft und veränderten Perspektiven.
Im großen Saal steht eins der iconischen Werke Leandro Erlichs. Auf „Bâtiment“ klettern Menschen an der Fassade eines Jugendstil-Hauses hinauf und hinunter. Sie kleben an der Fassade wie Spider-Man oder drohen von einem Fenstersims in die Tiefe zu fallen. Hierdurch werden sie selbst zu Bestandteilen des gewollt interaktiven Kunstwerkes.



Im nächsten Raum findet sich ein geisterhaftes Klassenzimmer, in das die Besucher selbst hinein geraten und sich gruseln können. Durch die Pandemie bekommt das Werk eines verwaisten Klassenzimmers sogar einen historischen Bezug auf diese besondere weltweite Ausnahmesituation.

Faszinierend ist auch das Video „Global Express“, das uns aus dem Fenster einer unendlich um die Welt fahrenden Bahn schauen lässt. Verwunderlich ist dabei, dass bespielsweise direkt nach dem Eiffelturm bereits die Oper in Sidney im Fenster erscheint.


Für Leandro Erlich ist die Ausstellung eine Art Spaziergang durch verschiedene Narrative, die uns Besucher auffordern, mit einem ganz neuen Blick auf die Realität unsere Wahrnehmungen neu zu hinterfragen.
Der Künstler lebt und arbeitet abwechselnd in Buenos Aires, Montevideo und Paris. Sein künstlerischer Durchbruch war die Repräsentation Argentiniens auf der Venedig-Biennale 2001, als er einen Swimmig-pool baute, in dem Menschen vermeintlich unter Wasser ungefährdet herum flanierten.
Leandro Erlich Helsinki: Amos REX, 8.Okt. 2025 – 6. April 2026
Zu Erinnerung: https://inartberlin.com/2024/10/12/schwerelos-in-wolfsburg/