Der Star ist das Gebäude


Bilbao ist ein Pflichtprogramm für Liebhaber moderner bildender Kunst, denn die Guggenheim-Stiftung hat Frank O. Gehry hier ein faszinierendes Bauwerk realisieren lassen, das dem einzigen Zweck dient, die Schätze moderner Kunst großartig zu präsentieren. Doch der Bau mit seinen multiplen Aus- und Durchblicken stiehlt eindeutig jedem noch so genialen Kunstwerk die Show. Überall ist der Wunsch größer, Wände, Gänge, Brücken und Konstruktionen zu bestaunen als den Blick auf die Kunstwerke zu lenken. 1997 wurde das Museum eingeweiht.


Im Inneren wird gerade die riesige Sammlung von Joan Miro gezeigt: bestimmt sehr wertvoll, jedoch einfach eher uninspirierend nebenenander gehängt in 3 großen Sälen.


Interessanter sind die dauerhaft installierten Werke, die sich besonders harmonisch in ihre speziellen Räume und Nischen einpassen:
Der große Up-Cycling-Vorhang aus Flaschenverschlüssen von El Anatsui, der gerade zu den einflußreichsten Künstlern unserer Zeit vom Time-Magazin NY gewählt wurde.


In einem weiteren Saal finden sich bunt vereint die POP-Art-Werke von Andy Wharhol, James Rosenquist und Jeff Koons.


Der größte Saal ist ausgfüllt mit einer großen Anzahl der Stahl-Skulpturen von Richard Sella. Sie müssen bei der Größe und dem Gewicht in der Bauphase dort plaziert worden sein, bevor der Bau verschlossen wurde und sind wahrscheinlich auch nicht wieder zu entfernen.


Im Außenbereich besonders eindrucksvoll ist das Nebelkunstwerk von Fujiko Nakaya, das die harten Kanten des Hauses herrlich kontrastierend umspielt.

Skulpturen des baskischen Künstlers Eduardo Chillida, die Riesenspinne von Louise Bourgeoise und die verspiegelten Kugeln von Anish Kapoor veredeln die Terrasse und den kleinen See.



Sogar die Konstruktion der das Gelände durchbrechenden Autobrücke trägt eine künstlerische Ummantelung, hier von Daniel Buren.


Das großartigste aesthetische Erlebnis bleibt jedoch dem Anblick der Titan-ummantelten Kuben und Rundungen des Museums vorbehalten, die zu jeder Tageszeit, bei jeder Art der Sonneneinstrahlung und von allen Seiten ein fantastisches Staunen auslösen.

Extra-Tipp: Das MARTA in Herford wurde ebenfalls von Frank o. Gehry gebaut, eine Art Miniaturausgabe des Guggenheim Bilbao in Backstein und als Sonntagsausflug leichter erreichbar.