Ist Modedesign auch Kunst?



Ausgestellt im Kunstgewerbemuseum verteilt zwischen antiken Möbelstücken und modernen Designklassikern finden sich aktuell ausgefallene Gewänder, die Beispiele dafür sind, dass ein Kleidungsstück ein Kunstwerk sein kann. Es sind mit Pailletten bestickte Kleider, Hosenanzüge und Abendkleider mit ausgefallenem Materialmix.



Dawid Tomaszewski ist Modedesigner in Berlin mit überregionaler Popularität, wobei er mit nur 6 MitarbeiterInnen aufwändige Unikate in mühevoller Handarbeit gestaltet. Er sagt, er lege großen Wert darauf, dass jedes Teil ausschließlich seine persönliche Handschrift trage.
Sein Motto: „More is More, Less is Shit“.
Ausgestellt sind Entwürfe des Designers aus den letzten 15 Jahren. Bevor er sein eigenes Lable gründete, arbeitete bei Sonja Rykiel und Comme les Garcons in Paris. Mit der Selbstständigkeit habe es durchaus schwierige Zeiten gegeben: „Wir waren auch mal knapp vor dem Scheitern. Ich bin bis heute kein Geschäftsmann.“



Inzwischen entwirft Dawid Tomaszewski zusätzlich erschwingliche Mode und Accessoires, die bei QVC vertrieben werden. „Ich denke, dass auch in dem Segment gutes Design realisierbar ist und dann vielen zugutekommt.“
Zusehen ist u.a. eine Atelier-Situation, ein kleiner Raum mit Vorentwürfen, Zeichnungen und Stoffmustern, die einen Eindruck von der Arbeitssituation des Designers widerspiegeln.



Design wird oft nicht zur Kategorie Kunst gerechnet, weil es für Gebrauchsgegenstände kreiert wurde, doch gutes Design ist für uns Rezipienten auf jeden Fall auch ein ästhetischer Genuss.



Auf dem Weg zu den Kleidern in verschiedenen Räumen entdeckt man außerdem die wunderbare Fülle der Design-Sammlung des Kunstgewerbemuseums, die doppelt zur Freude an dem Besuch beiträgt.
„Excess in Elegance“, Dawid Tomaszewski, Kunstgewerbemuseum Berlin 4.Juli bis 6.Oktober 2024