Kunst, Design, Technologie der Zukunft ?

Manuel Cirauqui

Große Namen sind mit dieser Ausstellung verbunden: Norman Foster und das Guggenheim Museum Bilbao haben eine Ausstellung zur Historie der Mobilität gezeigt. Den Part, der die Zukunft darstellt, hat die Autostadt in Wolfsburg übernommen und präsentiert hiermit Entwürfe von 15 internationalen Hochschulen für Design und/oder Technologie, in denen sie ihre Utopien zukünftiger Mobilität der Menschheit vorgedacht haben.

Eine Zeichnung zeigt, welche Vision die Menschen 1956 hatten: ein selbstfahrendes Auto, in dem locker Familienleben möglich ist.
Manuel Cirauqui, Kurator am Guggenheim Museum Bilbao erklärte jetzt enthusiastisch in Wolfsburg die einzelnen Positionen der Zukunfts-Entwürfe. Hier einige Beispiele:
Die Universität in Kapstadt baute mit ihren Studenten Mono-wheel-Fahrzeuge, die sich zur besseren Effizienz aneinander hängen können. Hierfür dienten als Vorbild die Spiele der Jungen, die große LKW Reifen Berge hinauf transportieren, sich hineinsetzen und dann in unendlichen Loopings hinunterrollen. In den Prototypen überschlägt sich der Insasse jedoch nicht. Ein bisschen erinnern sie auch an Röhnräder.






Das Umea Design-Institut in Schweden ging von einer postapokalyptischen Situation einer wüstenartigen Welt aus und konstruierte fliegende Fahrzeuge mit Landetürmen.

Aus der ETH Zürich wird ein Wohnturm gezeigt, der völlig ohne Krähne aus Appartmentmodulen aufgebaut ist, die von Drohnen aufgetürmt werden. Hier hat es den Anschein, dass der Mensch gar nicht mehr mobil sein muss, denn im Turm sind alle Einrichtungen einer kompletten Stadt, deren Versorgung von Drohnen übernommen wird.


Doch auch elegante Sportwagenentwürfe sind zu entdecken, z.B. aus dem ArtCenter of Design in Pasadena (USA)


Leider fehlen aus der Ursprungsausstellung in Bilbao die Kunstwerke, die die Geschichte der Mobilität dort begleiteten: von z.B. Henry Moore, Roy Lichtenstein, Umberto Boccioni, James Rosenquist oder Andreas Gursky. Sie hätten die Verwobenheit von Utopien aus der Formensprache der Künstler und Designer mit deren Umsetzung in reale Automobile anschaulich ergänzen können. So bleibt in der Autostadt vorwiegend eine didaktisch technologische Ausstellung, die sich leider nicht von allein erklärt, aber viele Möglichkeiten bei kompetenten lebendigen Führungen bietet.