Bundeskunsthalle Bonn bis 10.4.2023 Deichtorhallen Hamburg 13.5. bis 27.8.2023
Eine Ausstellung mit viel Humor und Ironie, die richtig Spass macht!

Hervorzuheben sind zwei Arbeiten:
Henrike Naumann zeigt eine Art Wohnzimmer, das Spießigkeit und Kitsch deutscher Wohnkultur liebevoll und sarkastisch widerspiegelt. Die Berliner Installationskünstlerin stellt weltweit aus, zurzeit im Skulpturencentrum New York.
Im Sommer erklärte sie angesichts der Documenta 15 das Prinzip der Ghetto-Biennale in Haiti, an der auch sie teilnahm. In Kassel zeigte sie ihr „Museum of Trance“ in St. Kunigundis, eine Skulptur aus Metallröhren in einem Kleiderschrank, ähnlich einer Orgel, jedoch mit Techno-Beats, plaziert direkt vor der Kirchenorgel.
Jetzt also in Bonn viele kleine liebenswert ironische Objekte.





Ein weiteres hoch interessantes Werk der Bonner Ausstellung: Der Film von Roee Rosen „The Dust Channel“. Er war eins der beeindruckendsten Werke der Documenta 14, 2017, wobei es besonders lustig war, die Zuschauer zu beobachten, wenn sie die Szene mit dem Spiegelei sahen. Hauptfigur ist ein Dyson-Staubsauger, was für sich schon skurril ist. Thematisch wird jedoch die Politik Israels ironisch kritisiert bezüglich ihres Umganges mit Flüchtlingen. Sie werden gezeigt in Lagern außerhalb der Landesgrenze, wo sie angeblich immer wieder vertröstet werden, letztlich nicht einreisen dürfen und wie Staub oder Dreck weg geputzt werden müssen, um das Land „sauber“ zu halten.




Ist das nun ein „Albernes“ Kunstwerk im Sinn des Ausstellungstitels? In diesem Jahr wurde der Documenta 15 extrem intensiv Antisemitismus angelastet, wobei es egal sei, ob jüdische Menschen oder der Staat Israel kritisiert würden. Das war 2017 offensichtlich kein Problem. Oder lag es daran, dass der Künstler selbst Israeli ist? Doch sein Werk wurde ja ebenfalls in der großen deutschen Weltkunstausstellung gezeigt. Unbedingt ansehen: in Bonn oder in Hamburg