Musik als soziales und politisches Medium


Das Museum Hamburger Bahnhof stellt erneut einer junger Künstlerin eine großartige Ausstellungsarchitektur für die Vorstellung ihres vielfältigen Werkes zur Verfügung. In einer transparent, halboffenen Aufteilung kommen ihre 3 Videoarbeiten wunderbar zur Geltung. Annika Kahrs arbeitet mit Musik, jedoch konzeptuell an unterschiedlichen Orten. Im ersten Video musiziert eine Dorfkapelle eines kleinen italienisches Ortes. Besonders daran sei die soziale Funktion der Gruppe, die wie ein sozialer Klebstoff die Gemeinde zusammenhalte.

In einer entweihten Kirche in Lyon findet sich ein neuer Chor zusammen.

In dem weiteren, aktuell für diese Ausstellung produzierten Werk filmte Annika Kahrs in Berliner Kaufhäusern. Sie waren entweder im Nacht-Modus, schon endgültig geschlossen oder sogar ausgekernt. In diesen etwas unwirklichen Orten zeigt eine Sängerin ihr Können oder eine Techno-Queen füllt die leeren Räume mit rhytmischen Klängen. Ein Streichquartet wird im Kaufhof von einer Security-Kraft durch das Treppenhaus dirigiert. Die surreal entfremdeten Szenen lassen viel Raum für die Fantasie und das Einfühlen der Betrachter.




Es soll auch eine abendliche Lichtinstallation am Kudamm auf großer Werbeleinwand geben. Deshalb halten Sie die Augen offen beim Weihnachtseinkauf.
Und dann gibt es noch – angekündigt als etwas ganz Besonderes- eine Performance! Darüber lesen Sie bitte im nächsten Beitrag dieses Blogs.
Annika Kahrs: „Off Score“, Hamburger Bahnhof, Nationalgalerie der Gegenwart, 14.Nov. 2025 bis 3.Mai 2026