im Berliner KW-Institute for Contemporary Art in der Auguststraße



So lässt sich der Ausstellungstitel „Malicious Mischief“ wohl übersetzen. Zu erwarten wäre also etwas Witziges, Freches, doch zu sehen sind wunderbare Gemälde aus den 70ger und 80ger Jahren in San Francisco und New York. Martin Wong, US-Amerikaner mit chinesischen Vorfahren (1946-1999) zeigt die malerische Schönheit der damals völlig heruntergekommen Metropolen in deren eher glanzlosen Vierteln und der queeren Community.


„Sonntags gehen die Leute hier zum Essen, um an einem Tag der Woche chinesisch zu sein.“ sagt Wong im gezeigten Video, der wie auch schon seine Eltern in den USA geboren ist. Darin sind auch gesammelte chinesische, eher kitschige Porzellanfiguren seiner Sammlung zu sehen deren Formensprache Martin Wong auch abgewandelt in seine Bilder aufnimmt.


Ein spielerisches magisches und symbolisches Denken findet sich wiederholt in den Abbildungen der 8er-Kugel, den Totenköpfen und dem Fingeralphabet.


Über einen Freund bekommt er Einblicke in das Leben in den Gefängnissen, was zu einem vielfachen Thema in seinen Gemälden wird. Er selbst musste nie in Haft, doch ihn faszinierte die Maskulinität dort: sowohl bei den Gefangenen als auch dem Personal.




Beim Eintreten in die Ausstellung, spätestens beim Blick in die große Halle entfachen die Bilder über ihre grandiose farbenfrohe Ausstrahlung eine erstaunliche Anziehungskraft. Doch wie im Titel versprochen, dürfen sie durchaus auch mit Humor und Ironie betrachtet und genossen werden.



Martin Wong verstarb 1999 an AIDS.