CHRISTOPH NIEMANN: Erst bei INArtberlin, jetzt in ART
Die Kunstzeitschrift ART Special hat in dieser Woche, erst lange sieben Wochen nach dem Artikel und Interview hier bei INArtberlin.com endlich auch dem Künstler, Illustrator und Grafiker Christoph Niemann Beachtung geschenkt. Schön, wenn weitere Stimmen in der Kunstwelt etwas entdecken, das aufmerksame Spürnasen der modernen Kunst bereits früher wahrgenommen haben.



Kunst lebt vom Austausch. Genau dafür sorgt auch dieser Blog INArtberlin: als Plattform für Diskussion, Feedback und Sichtbarkeit. Nutzen Sie meine Beiträge als Anlass zum Kommentieren, Teilen und Reposten. So schaffen wir nicht nur eine Vielfalt an Meinungen, sondern geben Künstlerinnen und Künstlern auch zusätzliche Chancen, auf dem Markt deutlicher wahrgenommen zu werden.Teilen Sie Ihre Gedanken — für eine lebendige und transparente Kunstszene!
Und noch ein aktueller Extra-Hinweis:Am 15.11.2025 eröffnet das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg eine Solo-Ausstellung von Christoph Niemann, der sich dort bereits an der Fassade verewigt hat. Die Show läuft bis 17.5.2025
MAURIZIO CATTELAN, preiswürdiger Preisträger?
Die Neue Nationalgalerie Berlin verkündete ihren diesjährigen Preisträger und die Kunstwelt wundert sich.
Maurizio Cattelan ist eher ein etabliertes Urgestein zeitgenössischer Kunst und kein Nachwuchstalent, wie es ursprünglich die Preisträger*Innen sein sollten. Doch es gibt inzwischen auch kein Preisgeld, sondern „NUR“ eine Ausstellung als Belohnung. Das war für Nachwuchskünstler*Innen zwar auch reizvoll, doch sie hätten etwas Startkapital sicher gut gebrauchen können. Jetzt kann man sich natürlich streiten, ob es seriös ist, die Auswahlkriterien für einen Kunstpreis einfach zu ändern. Andererseits verspricht die kommende Solo-Ausstellung Cattelans erneut einen riesigen Publikumserfolg, der für Museen heutzutage ein ultra-wichtiger Prestigefaktor ist.


Maurizio Cattelan
Foto:Frank Ossenbrink,

Maurizio Cattelan braucht auch garantiert kein hohes Preisgeld mehr, denn er hat bereits durch spektakulär provokante Kunstwerke weltweit für Furore gesorgt und seine Werke werden hochpreisig vermarktet, Nicht nur die goldene Toilette, die vor kurzem medienwirksam versteigert wurde, ist ein Beweis dafür. Auch sollte beispielsweise eins der 5 Exemplare seiner knabenhaften Figur des betenden Hitler auf der letzten ART Basel 2,5 Millionen US-Dollar kosten.


Bei der Biennale in Venedig 2024 gestaltete der Künstler die Fassade des Frauengefängnisses mit zwei riesigen Fusssohlen inklusive Löchern, wohl einer Anspielung auf das Kreuzigungs-Opfer. Noch brisanter ist hierbei der Ort des Werkes, denn es ziert den Länder-Pavillon des Vatikans.

Klassiker von Cattelan sind die gefallene Skulptur des Papstes von 1999, erschlagen von einem Meteoriten und das an der Decke aufgehängte Pferd. Dies befindet sich aktuell im Castello di Rivoli in Turin.
Das Berliner Publikum kann sich auf jeden Fall auf eine unterhaltsame witzige Kunst-Ausstellung im kommenden Jahr freuen.
Garantiert nicht unpolitisch: die kommende 14. Berlin-Biennale 2027
Dass sie in diesem Jahr zu unpolitisch ausgerichtet gewesen sei, wurde der Berlin-Biennale vorgeworfen. Doch das ist mit der Wahl des Kurators für die 14. Ausgabe 2027 nicht zu erwarten, denn das KW Institut for Contemporary Art veröffentlichte jetzt die Nachricht über den designierten Kurator.

Er heißt VASYL CHEREPANYN, wurde 1980 in der Ukraine geboren und bringt umfangreiche Erfahrungen als Kurator, Wissenschaftler im Bereich Philosophie und Kunst sowie als poltischer Aktivist für diese Aufgabe mit. 2008 gründete er mit Kollegen die Organisation VCRC, die die Kiew Biennale organisiert, die wegen des Krieges in großen Teilen außerhalb der Ukraine stattfindet. Dieses „Visual Culture Research Center“ leitet er jetzt als Teil des Osteuropa-Instituts der FU-Berlin. Vasyl Cherepanyn kuartierte und lehrte unter anderem in Warschau, Helsinki, Frankfurt/Oder, Greifswald, Antwerpen, Linz und natürlich auch in Kiew. Sein Ansatz war und ist stets philosophisch, politisch und zukunftorientiert.
„Die Berlin Biennale in die Zukunft zu denken und sie in der Gegenwart zu kuratieren bedeutet für mich, sich voll und ganz einer Zukunft der Kunst und ihrer Vermittlung innerhalb der Stadt zu widmen und aus ihrer sozialen Kontextualisierung in diesem Prozess zu lernen.“ (Original-Zitat)
All das gibt Anlass zu großer Vorfreude auf eine Berlin-Biennale mit einem Schwerpunkt auf Osteuropa, einer Region, die uns so nah ist und gleichzeitig extrem gefährdet. Mit künstlerischen Positionen kann es möglich werden, uns die Mentalität, die Besonderheiten und auch die Tragik der Menschen dort noch näher zu bringen.
Vasyl Cherepanyn wurde von einer internationalen Findungskommission aus Künstler*Innen, Kurator*Innen und Kunstprofessor*Innen aus Tel Aviv, Boston, Los Angeles, Turin und Berlin ausgewählt und vorgeschlagen.
Eine interessante und absolut spannende Wahl, gerade auch für Berlin!












