Arnold Bode Kunstpreis für Wellblech-Slum

Documentahalle Sommer 2022:

Treten Sie ein! Doch wo hinein? Das Entree ist eine Art Höhleneingang, der in eine große Wellblechhalle mündet. Das Wajukuu Project aus Kenia ist verantwortlich für die Einkleidung der ersten Halle mit verrostetem und abgenutzten Wellblech. Man taucht ein in die Atmosphäre ihres Slums in Nairobi. Künstler arbeiten dort mit Kindern und Jugendlichen, denen sie Kunst nahebringen, um ihnen einen Horizont zu eröffnen, der eine Alternative zum Leben und Kämpfen auf der Straße bieten könnte. Shabu, Mitglied und schon anerkannter Künstler erklärt sein Werk für die Documenta: Es zeigt zwei Menschenfiguren in einem überdimensionalen Käfig. Dieser ist aber ebenso gebaut wie einer, mit dem Hühner zum Markt getragen werden. „Beide, Menschen und Hühner glauben nur, sie seien frei!“ Der Mann und die Frau im Käfig schauen nach unten in einen Spiegel. Sie sollen ihre eigene Gefangenschaft erkennen.

Ein weiteres Werk ist aus abgenutzten Messern zusammengestellt. „Wenn das Messer zu scharf ist, scheidet es den Besitzer selbst.“ Das sei ein Sprichwort, das zu diesem Werk führte. Dieses Werk wurde letztlich von der Stadt Kassel angekauft und wird auch zukünftig hier zu sehen sein. Ein Erinnern an wirklich spannende Kunst, die unter dem Schatten der Antisemitismus Diskussion leider zu wenig gesehen und gewürdigt wurde.

Allerdings erhielt das Kollektiv Wajukuu Art Project den mit 10 000 Euro dotierten renomierten Arnold-Bode-Preis 2022 der Stadt Kassel.


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