„Re-Orientations“ im Kunsthaus Zürich
Der Titel weist schon direkt auf die Message der Ausstellung hin. Es soll dargestellt werden, welchen Einfluss die Kunst aus dem islamischen Kulturkreis seit langem auf künstlerische Positionen im Rest der Welt besitzt.



Zu sehen sind zunächst ursprüngliche orientalische Werke, die typischerweise – religiös begründet – auf keinen Fall Menschen abbilden, sondern ornamental gestaltet sind.
Dagegen zeigen Gemälde von Henri Matisse, Wassili Kandinski und Paul Klee orientalisches Leben. Recht abstrakt, aber farbenfroh im Sonnenlicht. So wurde es offensichtlich von diesen Künstlern der klassischen Moderne wahrgenommen und als Inspiration in ihre Werke integriert.



Von den aktuellen Adaptationen sollen hier zwei Künstlerinnen exemplarisch erwähnt werden.
Nevin Aladag hatte auf der Documenta 14 mit einer großen Paravant-ähnlichen Skulptur aus Keramik-Bausteinen mit orientalischen Ornamenten beeindruckt. Auch in Zürich werden ähnliche Elemente ausgestellt. Dazu auch ein Werk aus geschnittenem Aluminium, ebenfalls ornamental.



Doch auch aktuelle politische Video-Kunst der marokkanischen Künstlerin Buchra Khalili wird in Zürich gezeigt. Ein fiktives Gartengespräch zwischen Che Guevara und Abdelkrim al Katthabi über die Taktik von Guerilla-Kämpfen ist Inhalt dieses Videos „Garden Conversations“.


Buchra Khalili machte in diesem Jahr bereits Furore, als sie den Preis der Sharjah-Biennale für ihr künstlerisches Werk erhielt.

Die Züricher Ausstellung beeindruckt durch die Vielfalt und interessante Kombination der Werke. Klar wird wieder einmal, dass die rein westliche Bewertung von Kunst im Zeitalter realer Globalisierung keineswegs die allein führende mehr ist.
In Zürich bis 16.Juli 2023