100 Million Dollars…..

für ein Bild von Jean-Michel Basquiat

So viel soll bei einer Auktion für ein Werk des Künstlers gezahlt worden sein. Die Fondation Beyerle zeigt sogar acht seiner riesigen farbenfroh leuchtenden Gemälde, die mit Sicherheit ein breites Publikum anlocken. Die jugendlich dynamische ungezügelte Wildheit seines Street-Art-Styles ist inzwischen ein höchst wertvoller Klassiker des bereits 1988 mit 27 Jahren an einer Drogen-Mischüberdosis verstorbenen Kult-Stars und besonderen Freundes von Andy Warhol.

Die gezeigte Serie schuf er innerhalb kürzester Zeit 1982 in Modena, wohin ihn einer seiner Galeristen, Emilio Mazzoli eingeladen hatte. Thematisch ist -typisch für ihn – die Ungleichbehandlung dunkelhäutiger Menschen erkennbar: Selbstportraits, wobei er sich letztlich eine Krone aufsetzt. Schließlich hat Basquiat als erster afroamerikanischer Künstler (Vater aus Haiti, Mutter aus Puerto Rico) die Vorherrschaft der weißen Männer in der POPART-Szene New Yorks durchbrochen.

Komplett wurden die acht Werke nie zuvor ausgestellt, da mehrere bereits damals sofort an zahlungskräftige Kunden verkauft worden waren. So ist es in Basel das Besondere, dass dieser Zyklus erstmals komplett gezeigt wird.

Eine besondere Spannung entsteht bei Beyerle durch die direkte Nähe mit den Werken von Doris Salcedo, die ebenfalls Anklage erhebt, jedoch mit völlig anderen künstlerischen Mitteln. (s. nächster Beitrag)

Basel bis 17.9.23


Eine Antwort zu “100 Million Dollars…..”

  1. Eins machen deine beiden aktuellen Beiträge sehr deutlich: wenn sich die Politik nicht mehr für humanitäre und soziale Themen interessiert, dann muss das u. a. die Kunst übernehmen, was gleichzeitig auch eine große Chance für Aufmerksamkeit aber auch (Rück)Gewinnung gesellschaftliche Relevanz darstellt. Vielen Dank für die informativen Berichte, ohne gleich ein „Buch“ lesen zu müssen (was ich grundsätzlich gerne mache, aber selten die Zeit finde) Liebe Grüße 🙋🏼‍♂️

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