Afrika aus der Sicht Afrikas

Contemporary African Photography im C/O Berlin

Der Blick auf Afrika nicht mit den Augen der ehemaligen Kolonial-Länder von außen, sondern aus dem Inneren Afrikas selbst heraus: den möchten diese Fotoserien von 23 Künstlerinnen und Künstlern mit afrikanischer Herkunft in dieser Ausstellung vermitteln. „A World in Common“, eine gemeinsame Welt. Ist es die gemeinsame Identität der afrikanischen Welt oder der Hinweis auf die Gemeinsamkeit von uns allen Menschen in dieser Welt?

Im ersten Kapitel thematisieren die Fotos“ Identität und Tradition“. Sofort beeindruckt eine Serie von George Osodi mit afrikanischen Monarchen in prunkvollen Gewändern und Räumen. Offensichtlich ist der Mix aus alter afrikanischer Tradition und auch der Ähnlichkeit mit königlichen europäischen Gewändern, aus denen stolze Herrscher blicken. Hier spiegelt sich die komplette Historie Afrikas wider.

Edson Chagas sammelte Masken, die auf Märkten in Angola für Touristen angeboten wurden und fotografierte moderne Menschen damit. „Nein, das sind keine echten alten Masken, denn die bleiben als wichtige Erbstücke in den Familien. Ich wollte aber zeigen, in welchen Rollen Menschen sich zeigen möchten. Auch die Souvenir-Masken haben Vorbilder in denen für traditionelle Rituale und erzählen Geschichten.“ berichtet der Künstler. Er lebt heute vorwiegend in Lissabon. „Portugiesisch war bei uns in Angola eine offizielle Sprache, die alle lernten. Unsere heimischen Sprachen sind so viele unterschiedliche Dialekte, dass wir uns meist untereinander gar nicht verstehen. Deshalb geht das besser auf Portugiesisch.“

Malala Andralavidrazana stellt ihre Identität in Historiengemälden aus Foto-Collagen dar.

Kudzanai Chiurai brillierte bereits auf der Documenta 13 mit einer sehr speziellen afrikanischen Version von Leonardos Abendmahl. Auch seine jetzigen Fotos sind ironisch und ikonisch komponierte großartige Szenarien, in denen viel zu entdecken ist:

Doch auch die Thematik von Umweltverschmutzung und Klimaproblemen findet in  künstlerisch hervorragenden Fotos ihren Ausdruck.

Die Ausstellung wurde in der TATE-Modern in London konzipiert. Sie ist ein Augenschmaus, ein farbenfrohes einfühlsames Bild eines ganz modernen Kontinents.

Interessant ist dabei auch, dass vorwiegend die junge Fotokünstlergeneration Afrikas präsentiert wird, jenseits der etablierten Namen wie Zanele Muholy, Omar Victor Diop (z.Zt in der Völklinger Hütte) oder Samuel Fosso (KINDL-Museum Berlin).

„A World in Common“  C/O Berlin im Amerikahaus am Zoo, 1.Februar 2025 bis 7. Mai 2025.


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