Kosmos Kandinsky und die Geometrische Abstraktion

Wassily Kandinsky (geb.1866 in Moskau, gestorben 1944 in Paris) wurde zur Leitfigur der Geometrische Abstraktion, nachdem er als Lehrer am Bauhaus in Weimar 1926 ein Buch veröffentlichte, das unter dem Titel „Punkt und Linie zur Fläche“ die theoretischen Grundlagen hierfür beschrieb.  Geometrischen Elementen wurden definierte Farben zugeordnet. Es sollten sich schwebende Dreiecke, Linien, Quadrate und Kreise in einem Tanz zu einer harmonischen Sinfonie zusammenfügen. Kandinsky verband als Synästhetiker in seiner Wahrnehmung abstrakte Symbole wie Zahlen und Buchstaben, aber auch Musik mit festgelegten Farben, was diese Abhandlung wohl initiierte.

Die Abstraktion war Anfang des 20. Jahrhunderts eine Revolution der Malerei, da sie sich von Figürlichem komplett abwandte und ihre Ästhetik lediglich aus der Spannung und Balance von Formen und Farben entwickelte. Dies begann in einer Zeit, als Wissenschaft und besonders Technik ihren Aufschwung nahmen und Künstler versuchten, auch diese Phänomene bildlich darzustellen. Das soll auch der „Kosmos“ im Titel der Ausstellung veranschaulichen.

Im Museum Barberini in Potsdam werden aktuell Schlüsselwerke der geometrischen Abstraktion verschiedener Künstler aus einer Zeitspanne von 70 Jahren gezeigt, denn diese Stilart entwickelte sich lange weiter: über Op-Art (mit optischen Effekten) und Pop-Art bis zum Minimalismus.

Kandinsky gilt in Potsdam als Initiator, doch es folgen weitere weltbekannte Namen: Piet Mondrian von De Stijl, Julian Stanczak als Schüler vom Bauhaus-Lehrer Josef Albers, Victor Vasarely (der z.B.1972 das rautenförmige Logo von Renault kreierte), aber auch Frank Stella. Obwohl Kandinsky bereits 1944 in Paris starb, emigrierten seine Ideen mit vielen Bauhauskollegen in die USA, wo sie sich ebenfalls prägend verbreiteten.

So bietet die Ausstellung einen großen Überblick mit 126 Werken von 70 Künstlern, (davon nur wenige Künstlerinnen), die nicht nur einen historischer Überblick darstellen, sondern eine wahre Augenweide sind.

Museum Barberini Potsdam, „Kosmos Kandinsky“ , 15.Februar – 18.Mai 2025


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