All we are saying ….. is: Give Peace a Chance!


Dieser Aufruf ist Botschaft und unauslöschlicher Ohrwurm beim Rundgang durch die Kunstwerke von Yoko Ono, die aktuell im Berliner Gropius-Bau und in der Neuen Nationalgalerie gezeigt werden.
Obwohl Yoko Ono eher als Ehefrau von John Lennon im kollektiven Gedächtnis verwurzelt ist, war sie selbst bereits lange vor und ist auch bis heute lange nach dieser wichtigen Beziehung eine wegweisende Künstlerin.
Sie prägte als eine der ersten die Konzeptkunst und zählt zur Fluxus-Kunstgattung: Kunst und reales Leben sollen dabei „fließend“ ineinander übergehen.
Yoko Onos Werke sind meist partizipativ, was bedeutet, dass sie uns Besucher*Innen zu einer Tätigkeit auffordern, ohne die das Kunstwerk nicht vollendet wäre. Dies ist ihre besondere Art, direkt mit dem Publikum zu kommunizieren. Außerdem arbeitet Yoko Ono viel mit Performances.


Eine berühmte Kombination von beidem ist ihr „Cut Piece“ (1964). Hier setzte sie sich in einem schönen Kleid auf die Bühne und forderte das Publikum auf, einzelne Stücke daraus auszuschneiden. Das ging so weit, bis sie völlig nackt war. Die Künstlerin PEACHES wird diese Performance (2.5.25, 20 Uhr) im Gropius-Bau nachspielen.
Yoko Ono wurde 1933 in Tokio geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Nach der schweren Bombardierung Tokios Anfang 1945 wurde sie als 12-Jährige mit ihrer Familie aufs Land evakuiert, erlebte aber im August noch die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Diese Ereignisse waren primär prägend für ihren lebenslangen aktiven Kampf gegen jede Art von Gewalt und Krieg.
Sie studierte in Tokio Philosophie, doch ab 1952 zog sie wie ihre Familie in die USA und studierte ihre eigentliche Leidenschaft, die Komposition und Musik. Dort in New York gründete sie einen beliebten Treffpunkt für Musiker und Künstler, in dem sich viel kreatives Potential entwickelte.
1966 wurde sie nach London eingeladen um dort „Cut Piece“ aufzuführen. Ein Zuschauer dort war auch John Lennon, mit dem sie im Weiteren künstlerisch zusammenarbeitete. Erst 1968 wurden sie ein Paar und am 20.3.1969 heirateten Yoko Ono und John Lennon in Gibraltar. Die Flitterwochen wurden ein Kunst-Happening im Hilton-Hotel in Amsterdam. Das Zimmer der beiden blieb offen für Presse und Öffentlichkeit als „Bed-In“ für den Weltfrieden.


Im gleichen Jahr 1969 entstand die weltweite Plakataktion „ WAR IS OVER! If you want it, Happy Christmas from John & Yoko“. Auch in Berlin gab es große Plakatwände.


Am 8.Dez.1980 starb John Lennon in New York durch Schüsse eines „geistig gestörten Attentäters“. Yoko Ono war jetzt mit erst 47 Jahren Witwe, aber weiterhin sanft kämpfende Friedensaktivistin.
Unter dem Titel. „Music of the mind“ (Klang des Geistes) zeigt der Gropius-Bau 200 Werke aus 70 Jahren künstlerischen Schaffens. Wir begegnen vielen künstlerischen Instruktionen. So stehen in dem großen Innenhof sogenannte „Wish-Trees“. Es sollen von den Anwesenden persönliche Wünsche auf weiße Anhänger geschrieben und angehängt werden, die später von Yoko Ono in einer Sammlung veröffentlicht werden.

In der Neuen Nationalgalerie kann man aus Porzellan-Scherben, Klebeband und Bindfaden ein neues Stück zusammenbauen, eine künstlerische Reparatur; oder an einem langen Tisch an 10 Schachbrettern spielen. Doch als Metapher gegen jegliche Kampfaktionen sind alle Figuren und Felder nur weiß.


Yoko Onos Kunst ist großenteils weiß, eine „weiße Fahne für den Frieden“? Die Instruktionen und das Mitmachen bewirken einen lebendigen Ausstellungsbesuch, bei dem sich die Friedensbotschaft permanent und nachhaltig einprägt. Die Künstlerin ist inzwischen 93 Jahre alt, doch ihre Message ist heute -leider- immer noch so bedeutend und aktuell wie je zuvor: “Give Peace a Chance!”
YOKO ONO: “Musik of the Mind”, Gropius-Bau Berlin 11. April bis 31.August 2025
YOKO ONO: „Dream Together“, Neue Nationalgalerie Berlin; 11. April bis 14. Sept. 2025, als Abschluss hier: 14.9.2025: Performance „Bells for Peace“
Mit einer Kundenkarte der Berliner Sparkasse ist der Besuch an jedem Mittwoch im Juni im Gropius-Bau kostenlos.