Christoph Niemann

Der NEWYORKER im Café des c/o Berlin

Ein Extra-Tipp von INArtberlin: Besuchen Sie auf jeden Fall das Café im c/o Berlin. Dort sollte das Werk von Christoph Niemann auf keinen Fall unbeachtet bleiben, denn es ist weit mehr ist als eine dekorative Wandverkleidung.

Christoph Niemann ist ein  weltweit erfolgreicher Grafiker und Illustrator. Er gestaltet regelmäßig das Cover der beliebten Zeitschrift „The NEW YORKER“ und schuf u.a. den Entwurf für den Innenbereich der U-Bahnstation Wannsee oder auch eine Briefmarke der Deutschen  Post. Für das Café im c/o Berlin entwarf er den gewebten Wandteppich als Analogie zu einem der ersten fotografischen Experimente: „Der gedeckte Tisch“ des französischen Erfinders Nicéphore Niépce aus dem Jahr 1822. INArtberlin sprach mit Christoph Niemann anlässlich der Eröffnungsausstellung.

I.B.: Welche Idee hatten Sie für diese sogenannte „künstlerische Intervention“ der Wandgestaltung und wie ist sie realisiert worden?

Christoph Niemann: „Technisch ist es ein Wandteppich, ein gewebtes Stück Stoff, 16m lang, 2 m hoch mit zusätzlichen Arbeiten auf Leinwänden, die erhaben daraufmontiert wurden, um die reine Fläche aufzulockern. Seit ich auch Museumsausstellungen mache, weiß ich, dass die Gestaltung eines Raumes andere Anforderungen stellt. Theoretisch ist alles immer eine Frage der Zeichnung, aber zwischen einem Blatt Papier und einer Wand ist mehr Unterschied als alles nur zehnmal grösser, weil Räume anders funktionieren als einfach nur die Vergrößerung einer Zeichnung. Wenn ich zum Beispiel ein Magazin aufschlage, habe ich 2 Sekunden, um gefangen zu werden. In einem Raum sitze ich länger, da brauche ich eine mehrschichtige Textur, nicht nur einen Inhalt.

Bei der Herstellung des Wandteppichs arbeitete ich mit der Textildesign-Professorin Veronika Aumann zusammen. Wir haben mehrere Web-Techniken ausprobiert, was für mich absolut neu war. Besonders toll finde ich, dass man für eine schwarze Fläche die Fäden einfach herausspringen lassen kann, was einen dreidimensionalen und lebendigen Eindruck hinterlässt. Die Schattierungen entstehen aus Punkten schwarzer und weißer Fäden in unterschiedlicher Menge und Dichte. Das war für mich auch eine Verbindung zu meiner fotografischen Arbeit.

Oft entstand so auch für mich Überraschendes. Einerseits will ich immer alles kontrollieren. Doch gleichzeitig passierte während der Produktion das Interessante, wenn die künstlerische Vorstellung auf die Realität traf,z.B. die Fäden plötzlich über der Fläche flatterten. Das spannende Element des Unvorhersehbaren ist oft ein großartiges Erlebnis.“

I.B. Vielen Dank für Ihre instruktiven Erklärungen.

Christoph Niemann: „Premier Plat“ im Café des c/o Berlin, September 2025 bis September 2026


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