Nairy Baghramian in Zürich

Skulpturen der Kunstfreiheit

Sie ist Bildhauerin mit Weltruhm. Ihre Skulpturen waren und sind ausgestellt nicht nur in Zürich, sondern auch in Venedig, New York, Nimes, Kopenhagen, Dallas, Wien, Madrid, Mailand oder Berlin. Sie bestehen aus unterschiedlichen Materialien wie Aluminiumguss, Stahl und Stein und sind in ihrer Formgebung völlig abstrakt. Ohne Hinweise auf menschliche oder naturalistische Vorlagen zeigen sie sich als dreidimensionale spielerisch verbundene Objekte im Raum, die unsere Versuche einer Interpretation grundsätzlich scheitern lassen….sollen. Nairy Baghramian spricht oft von FREIHEIT. Sie liebt und lebt ihre absolute Freiheit bei der Gestaltung und sieht die Kunstwerke auch passenderweise als Symbol für Freiheit.

Nairy Baghramian ist 1971 im Iran geboren. Ihre Familie gehörte der Minderheit der armenischen Christen an. Nach dem Sturz des Shah-Regimes und der Errichtung des islamischen Gottesstaats flohen sie nach Berlin, damals West-Berlin, als sie 13 Jahre alt war. Auch heute lebt und arbeitet die Künstlerin in Berlin.

Aktuell zeigt die Galerie Hauser und Wirth in Zürich eine Einzelschau mit einer Werkauswahl, die deutlich macht, dass die Mischung aus weichen Formen in zartem Rosa mit den kantigen spiegelglatten Stahlkonstruktionen komplex kontrastiert.

Eine weitere Serie besteht aus einer Art Mobiles teils mit Fotos kombiniert. Ähnliche Objekte sind außerdem zurzeit Im Palazzo Grassi in Venedig als Zusatz der Ausstellung von Julie Mehretu zu sehen, wobei ebenfalls der Kontrast zu den zweidimensionalen Bildern der Kollegin und dem prunkvollen Palast eine großartige Wirkung entfaltet.

Im Züricher Haus Konstruktiv ist ebenfalls ein Werk zu finden, denn sie war 2016 auch eine Preisträgerin des von dort vergebenen „Zurich Art Prize“.

Auch Nairy Baghramian war bereits Teilnehmerin einer Documenta, und zwar der D14 in Kassel und Athen (2017).

Die Skulpturen wirken auf den ersten Eindruck sperrig und machen ratlos, doch nach Einlassen auf Material und die Tatsache, dass man keine tiefe Bedeutung suchen muss, ergibt sich eine erstaunliche Strahlkraft.

Hauser und Wirth: Zürich Limmatstrasse bis 7.September, Haus Konstruktiv: Zürich Selnaustr.25; Venedig: Palazzo Grassi bis 6.1.2025


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