Samuel Fosso

„Black Pope“ oder warum muss der Papst immer weiss sein?

Samuel Fosso’s Selbstportraits sind Zeitzeugen einer modernen Entwicklung der Fotografie Afrikas und deren Wandlung. 1962 in Kamerun geboren eröffnete er schon 1972 mit 13 Jahren ein Fotostudio für Passfotos und private Portraits, von dem er leben konnte und musste. Doch abends nach Feierabend inszenierte er sich selbst in unterschiedlichem Fashion-Style.

Als er später als Modefotograf bekannter wurde, setzte er durch, dass er die von der Modefirmen gelieferten Kleidungsstücke für ein Kaufhaus nicht an Models sondern an sich selbst präsentieren durfte, womit er Erfolg hatte.

Samuel Fosso entwickelte zunehmend Inszenierungen seiner selbst, bei denen er in unterschiedliche Rollen schlüpfte. So stellt er sich sowohl als stolzer Mann eines indigenen Stammes dar, wie es sich sein Großvater gewünscht hätte, als auch als genderunabhängige Fashion-Ikone. 

Außerdem zeigt er sich als wichtige Persönlichkeiten der Zeitgeschichte dar: z.B. Martin Luther King, Black-Power-Sportler oder Mohammed Ali.

Ironisch  wird das Kunstwerk von Maurizio Cattelan interpretiert, der den Papst von einem Meteoriten  erschlagen ließ. Bei Fosso triumphiert der schwarze Papstüber den Meteoriten wie ein Herrscher.

Mao Tse Tung  und Kim Jong-un sind ebenfalls Rollen-Vorbilder.

Samuel Fosso ist mit seinen Selbstinszenierungen einer der bekanntesten Fotokünstler des afrikanischen Kontinents geworden. Ein Werk, das uns weißen privilegierten Menschen mit fröhlicher Ironie doch einen kritischen Spiegel vor Augen hält.

Samuel Fosso: „Black Pope“ Werke von 1975 bis 2017, KINDL Museum für zeitgenössische Kunst, Berlin 15.9.2024 bis 16.2.2025


Eine Antwort zu “Samuel Fosso”

Hinterlasse einen Kommentar