Ibrahim Mahama

Arnold-Bode-Preis für sozialpolitisches Engagement durch Kunst

Der Preis, den Ibrahim Mahama, der dem 39jährigen Ausnahmekünstler aus Ghana am 29.10.2026 in Kassel verliehen wurde, ist nach Arnold Bode benannt, dem Gründer der Documenta.

In der Laudatio würdigte Naomi Beckwith, die designierte Kuratorin der kommenden Documenta 16 den Künstler nicht nur dafür, dass er „die Grenzen der Bildhauerei erweitert hat“, sondern auch für sein soziales Engagement in seiner Heimat Tamale, wo er einen großen architektonischen Komplex zur Bildung von Künstler*Innen und künstlerische Förderung von Kindern und Jugendlichen aufgebaut hat.

In seiner Dankesrede erzählte Ibrahim Mahama, dass er 2012 erstmals als Student in Kassel war, weil er unbedingt die Documenta 13 besuchen wollte. In dem Saal, wo ihm jetzt der Preis übergeben wurde, sei er von dem Werk von Ryan Gander besonders beeindruckt gewesen. Sein Kontakt mit der Documenta habe ihn für seine künstlerische Arbeit enorm inspiriert.

Doch auch ein anderes Phänomen verbinde ihn mit Kassel. „Als ich Jahre später ausrangierte Lokomotiven und Wagons in Ghana kaufte, entdeckte ich, dass sie bei Henschel in Kassel hergestellt wurden. Ich befasste mich intensiv mit der Geschichte der Firma,auch in der Nazi-Zeit. Die Lokomotiven entsprechen genau den Objekten, die ich in meiner Kunst verwende: Gegenstände, in denen durch Gebrauchsspuren Vergangenheit enthalten ist, die an kommende Generationen weitergegeben werden muss, durch die Kunst!“ Mahama verarbeitet nicht nur Jutesäcke, sondern auch handwerkliche Gegenstände wie große Nähnadeln. Außerdem reaktiviert er stillgelegte Produktionsstätten, um alte Handwerkstechniken nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Zur feierlichen Preisübergabe brachte Ibrahim Mahama Grafiken mit Seiten aus seinem Skizzenbuch mit. Darin notiere er immer seine ersten Ideen für neue Kunstwerke. Die Drucke schmückten jetzt den Festsaal zum Arnold Bode Preis und dokumentieren Mahamas Arbeitsweise. Hier ist auch die Verwendung die Wagons für die Kunstwerke zu entdecken.

Ibraham Mahama erklärt an diesem Abend seine Motive folgendermaßen: „Wir haben eine Verantwortung als Künstler. Das wichtigste Ziel bei allem ist  FREIHEIT. Wir können die Geschichte nicht ändern, wir können die Zeit nicht ändern, aber wir können die Welt durch Vorstellungskraft und Bilder in einer Art rekonstruieren, dass weitere Generationen nicht das wiederholen, was von früheren Generationen zerstört wurde. Wir haben als Künstler die Verantwortung, für eine bessere Aufbauarbeit zu sorgen. Dafür brauchen wir das Wissen über die Fehler der Vergangenheit. Diese durch Bildung an die Jüngeren zu vermitteln ist für uns Künstler eine elementare Aufgabe.

Vielen Dank für den Arnold- Bode-Preis, der diese Aufgabe unterstützten wird.“

Weitere Beiträge von INArtberlin über Ibrahim Mahama und seine künstlerischen Projekte sind hier nachzulesen:

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