SAND von Jeewi Lee

In der Berlinischen Galerie eröffnete die koreanische Künstlerin Jeewi Lee (1987) ihre Ausstellung, die ihr der GASAG-Kunstpreis ermöglichte. Er wird aus junge KünstlerInnen vergeben, deren Kunst Schnittstellen zu Wissenschaft und Technik verkörpert.

Bei Jeewi Lee geht es ausschließlich um Sand: den Stoff, der das Silzium für elektronische Geräte ebenso liefert wie auch geliebte Situationen des Lebens prägt, vom Spiel im Sandkasten bis zu entspannten Stunden am Strand. Jeewi Lee ließ einzelne Sandkörner aus aller Welt mit einem bildgebenden MRT-Mikro-Verfahren analysieren und die Daten auf einen 3D-Drucker übertragen. Dieser gestaltete die jetzt vergrößerten Skulpturen aus einer Mischung aus Sand und Weizenkleie als Bindemittel. Zu sehen sind die sehr fragilen Modelle, die zeigen, dass Sand auf keinen Fall aus gleich strukturierten Körnern wie z.B. Kristallen besteht, sondern individuelle komplexe Formen annimmt. Die Projektion von Schichtaufnahmen der MRT-Bilder belegt, dass im Inneren eines Sandkorns auch Hohlräume existieren.

Die Ausstellung ist jedoch nicht nur eine naturkundliche Dokumentation. Vielmehr besticht die  Darstellung der Skulpturen durch ästhetische Schönheit, die durch die Installation im Raum zusätzlich gewinnt. Die Beleuchtung in verschiedenen Gelb-Tönen symbolisiert die passende Atmosphäre von  Sandstürmen.(1987)

Jeewi Lee: „Residual Memories“ , Berlinische Galerie 11.9.26 – 5.4.27


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